Und wieder einmal übernehmen Europäer ein schier unglaubliches Beispiel aus den USA. Absolute Vorreiter: die Österreicher. Hausverlosung – was ist das und wie funktioniert es? In Österreich ist seit der ersten Verlosung zum Ende des letzten Jahres ein wahrer Hausverlosungsboom ausgebrochen. Welcher Gedanke steckt also hinter einer Hausverlosung?
Ein Hausbesitzer hat ein Objekt, das er gerne verkaufen würde. Normalerweise würde er einen Makler kontaktieren und ihn beauftragen, das Haus in seinem Namen zu verkaufen. Der Makler würde Fotos machen, Anzeigen schalten, potentiellen Kunden das Haus zeigen und über kurz oder lang einen Käufer für das Objekt finden.

Eine Hausverlosung ist da schon viel spannender. Der Hausbesitzer beauftragt einen Notar, der die Einnahmen aus dem Losverkauf verwaltet und die Gewinnermittlung überwachen soll. Er bietet für das Objekt, das er verkaufen möchte, eine vorher bestimmte Anzahl an Losen an. Der Gewinn aus dem Losverkauf muss in etwa mit dem zur Zeit der Verlosung tatsächlichen Wert des Objektes übereinstimmen zzgl. der Kosten, die die Hausverlosung mit sich bringt (Notarkosten, Gutachten, Werbung, Druck der Lose etc.) Die Lose kann man für relativ wenig Geld erwerben – etwa 100 € – und schon wollen Tausende diese Lose haben. In kürzester Zeit hat man den Wert des Hauses eingenommen und die Loskäufer haben tatsächlich die Chance für nur 100 € ein Haus mit einem Wert von beispielsweise 500.000 € zu gewinnen. Für wen klingt das nicht verlockend?
Woran aber viele nicht denken, man muss auf den Gewinn natürlich die Gewinnsteuer an das Finanzamt abführen (zirka 12% der Einnahmen durch Losverkauf).
Ein paar Details sind jedoch unbedingt zu beachten. Bei Interesse, es gibt einen tollen Hausverlosung Ratgeber mit vielen tollen Informationen rund um dieses Thema:
- Ein Treuhänder, etwa ein Notar muss die Verlosung beaufsichtigen.
- Die Teilnehmer müssen ein Los käuflich erwerben.
- Ein entsprechender Gewinn muss in Aussicht gestellt sein.
- Der Gewinn muss durch Zufallsentscheidung ausgelost werden.
Bei aller Euphorie, in die man Angesichts dieser Aussichten als Loskäufer verfallen kann, sollte man doch genau die Teilnahmebedingungen beachten.
Gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sein Geld zurückzuerhalten, falls die Verlosung wegen zu geringer Nachfrage auf die Lose doch nicht stattfindet. Werden die Lose wirklich durch einen unabhängigen Notar verwaltet. Ist die Anzahl der Teilnehmer wirklich begrenzt, damit auch eine reelle Chance gegeben ist, das Haus zu gewinnen. Es muss auch eventuell eine Bearbeitungsgebühr bezahlt werden.
Auch andere Fragen sind noch zu klären:
- Kann man sich das Haus, das man gewinnt, auch wirklich leisten?
- Wie hoch sind die Betriebskosten, die auf den Gewinner zukommen?
- Wer muss für die Änderungen beim Grundbuchamt aufkommen?
- Will man in dem gewonnenen Haus tatsächlich auch wohnen oder hat man vor, es zu verkaufen?
Dann muss man den Verkaufserlös bei der Einkommensteuererklärung angeben. Schuld daran ist die sogenannte Spekulationsfrist, wonach man ein erworbenes Objekt innerhalb von 10 Jahren nicht steuerfrei wiederverkaufen darf. Umgehen kann man das nur dadurch, dass man mindestens zwei Jahre lang das Haus selbst bewohnt.
Für den Hausverloser gibt es auch einige Punkte, die zu beachten sind:
- Auf jeden Fall muss ein Notar engagiert werden.
- Kennt man wirklich den tatsächlichen Wert des Hauses. Wäre ein Gutachten vielleicht doch von Nöten.
- Gibt es einen Energieausweis für das Gebäude.
- Wie macht man auf die Verlosung aufmerksam. Ohne großangelegte Werbung wird es kaum möglich sein, die Lose zu verkaufen.
- Finden noch andere Hausverlosungen in der Nähe statt, verschiebt man die eigene vielleicht, damit das Interesse der Loskäufer wieder gegeben ist.
Wie oben aufgezählt gibt es so einige Punkte die man unbedingt bei Hausverlosungen beachten sollte. Natürlich muss in jedem Fall eine juristische Person hinzugezogen werden, um vor allem am laufenden zu bleiben wie man die Hausverlosung durchführen kann, ohne mitunter rechtliche Probleme zu bekommen. Wie schön das endlich mal Österreich eine Vorreiter rolle übernimmt, normalerweise hinken wir Trends immer nach!
Verfasst von Romario